Gartenkalender | Was ist zu tun im März?

Zuletzt aktualisiert am 05.03.2022 von Kieler Jung

Für die Meteorologen beginnt der Frühling am ersten März, wie alle Jahreszeiten für diese Wetterbeobachter an einem Monatsersten beginnen. Astronomisch gesehen ist es die erste Tag-und-Nacht-Gleiche des Jahres.

Wenn Albinus (1. März) im Regen geht,
noch lange der Pflug im Schuppen steht.

Bauernregel

Leider richtet sich die Natur weder nach dem meteorologischen noch nach dem astronomischen Frühlingsanfang. Sie hat ihre eigenen Launen und wenn es Gesetzmäßigkeiten geben sollte, dann haben wir Menschen sie noch nicht gefunden.

Aber unsere Vorfahren haben die Natur schon sehr genau beobachtet und versucht, daraus eine Hilfestellung abzuleiten. Schließlich hing von der Ernte nicht selten das Überleben ab.

Erste Frühlingsboten

Wann beginnt man im Frühjahr mit der Gartenarbeit?

Wie oben schon erwähnt, richtet sich das weniger nach dem Kalender, sondern nach der Witterung und dem Zustand des Bodens. So kann es im Breisgau schon warm und mild sein, an der Ostseeküste jedoch noch eher winterlich.

Rasen: Der Rasen sollte jetzt gründlich abgerecht werden, um ihn von Moosen und Verfilzungen zu befreien. Dann erstmals (ca. 3cm) mähen.

Die Rasenkanten sollten jetzt abgestochen werden. Mit Hilfe einer Grabegabel kann man den Rasen lüften und Sand oder lockeren Kompost in die Löcher füllen.

Bäume und Sträucher: Jetzt kann man Ziersträucher teilen, Bäume pflanzen. Unter den Gehölzen wird die Erde oberflächlich gelockert und das Schneiden der Gehölze beendet. Aber Achtung! Unter Rhododendrongehölzen darf nicht gehackt werden.

Überwinterungspflanzen: Gelagerte Zwiebel- und Knollengewächse wie z.B. Gladiolen, Begonien, Lilien können jetzt zur Verfrühung der Blüte eingetopft und nach und nach wärmer gestellt werden.

Geranien, Fuchsien, Verbenen, Lobelien usw. können jetzt durch Stecklinge vermehrt werden.

Obstgarten: Jetzt kann man Obstbäume, Himbeeren und andere Beerensträucher anpflanzen, junge Obstbäume veredeln, ältere Obstbäume umpfropfen und Bäume mit reichlichem Blütenansatz gut wässern und düngen, damit der spätere Obstfall im Juni möglichst verhindert wird.

An Apfelbäumen versuchen, den Apfelblütenstecher abzuklopfen.

Weinstöcke, Pfirsich und Aprikosenbäume können jetzt beschnitten werden. Ebenso Beerensträucher, Kirschen und Pflaumen bis kurz vor der Blüte.

An größeren Bäumen kann die aufgesprungene Rinde entfernt werden. Die Stämme mit einem Kalkanstrich versehen und Leimringe anbringen.

Wer Obstbäumchen selber ziehen möchte, setzt jetzt seine Obstkerne in die Erde.

Sauerkirsche wird jetzt vorbeugend gegen Frucht- und Zweigmonilia behandelt, der Pfirsich gegen die Kräuselkrankheit.

Weiterhin müssen jetzt die Fruchtschalenraupen bekämpft werden, von Mehltau befallene Stachelbeeren an den betreffenden Stellen abgeschnitten und verbrannt sowie Holzkrankheiten (Krebs, Brand, Gummifluss) jetzt behandelt werden.

Stellt sich um Mathilde (14. März) schönes Wetter ein,
pflegt’s freundlich und mild bis Ruprecht (27. März) zu sein.

Bauernregel

Gemüsegarten: Bei günstiger Witterung kann man jetzt im warmen und nicht zu feuchten Boden Puffbohnen, Mohrrüben, Erbsen, Salat, Spinat, Radies, Zwiebeln, Lauch, Sauerampfer, Schwarzwurzel aussäen.

In die vorbereiteten Mistbeete (falls man Mist zur Verfügung hat, ansonsten anderweitig düngen), können verschiedene Kohlsorten, Zwiebeln, Salat, Sellerie, Lauch eingesät werden, um Pflanzen zu ziehen.

Frühkartoffeln können ausgelegt werden und Rhabarber neu gepflanzt werden. Unter Glas oder im Zimmergarten können Brokkoli, Melonen, Paprika, Tomaten, Sellerie usw. gesät bzw. vorgezogen werden.

Ende März können Gartenkresse, Petersilie, Liebstöckl, Melisse, Schnittlauch und Thymian ausgesät werden.

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Blumengarten: Rosen können von ihrer Winterabdeckung befreit, geschnitten und Stammrosen aufgerichtet werden.

Auch die übrigen Blumenbeete sind vorsichtig von ihrer Winterdecke zu befreien. Ältere Stauden können jetzt geteilt werden. Ist der Boden frostfrei, können die Knollen und Zwiebeln von Gladiolen, Lilien, Anemonen, Ranunkeln, Herbstkrokussen usw. ausgelegt werden.

Schlingpflanzen werden jetzt beschnitten. Bei günstiger Witterung können jetzt Rittersporn, Mohn, Reseda, Schleifenblume, Schönauge, Malven, Löwenmaul, Bartnelken ausgesät werden. Levkojen, Astern, Phlox können jetzt in das Mistbeet oder im Zimmergarten gesät werden.

Zimmergarten: Topfpflanzen sind jetzt gründlich zu reinigen, zu beschneiden, umzupflanzen und etwas mehr zu gießen. Canna, Wunderbaum, Tabac usw. können am Fenster in Kistchen ausgesät werden. Aber Achtung, die kleinen Pflänzchen sollten vor zu starker Sonneneinstrahlung geschützt werden.

Sonstige Arbeiten: Mit der Unkrautbeseitigung auf Beeten und Wegen beginnen, Fangtöpfe für Maulwurfsgrillen setzen.

Beete anlegen, Wege ausbessern, Gartenhäuschen lüften, ausbessern und zum Anstrich vorbereiten. Rasenmäher und andere Gerätschaften auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüfen.

Zäune ausbessern, Holzzäune/-türen, Hochbeete aus Holz mit Schutzanstrich versehen. Vogelnistkästen anbringen, Teichnetze abnehmen.

Gartenmöbel auf Funktionstüchtigkeit überprüfen und ausbessern. Schutznetze und Fleece für die Beete durchsehen und wenn nötig ergänzen. Langzeitdünger wie Hornspäne oder Gesteinsmehl in alle Beete und Baumscheiben vorsichtig einarbeiten.

Baumscheiben abstechen. Für Nützlinge (Florfliege und Co.) Blumentöpfe mit Stroh füllen und in die Bäume hängen. Nistmöglichkeiten für Wildbienen sollten jetzt an geschützten Stellen im Garten angebracht werden.

Erste Farben im Garten

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