gemuesebeet april

Erstfrühling

Der Erstfrühling ist ein Begriff aus der Phänologie, welche die periodisch wiederkehrenden Erscheinungen im Pflanzenreich im Jahresverlauf untersucht. Die Unterteilung im phänologischen Kalender benennt zehn Jahreszeiten, wobei der Erstfrühling die erste dieser Phasen darstellt.

Der Erstfrühling beginnt, wenn bestimmte Pflanzenarten zu blühen beginnen, was häufig als Reaktion auf die Erwärmung der Bodentemperatur und die Zunahme der Tageslichtstunden geschieht. Diese Phase des Gartenjahres wird oft durch das Aufblühen von Schneeglöckchen (Galanthus) markiert, was üblicherweise zwischen Ende Februar und Anfang März geschieht. Andere Pflanzen, die in dieser Phase blühen, sind zum Beispiel die Krokusse, die Zaubernuss und die Winterlinge.

Während des Erstfrühlings beginnen sich die Knospen von Bäumen und Sträuchern zu öffnen. Der Saftfluss in den Gehölzen nimmt zu, und erste Frühjahrsblüher zeigen sich. In diesem Zeitraum wird auch der Boden langsam wieder bearbeitbar, da er von Frost befreit ist und sich erwärmt.

In der phänologischen Betrachtung folgt auf den Erstfrühling der Vollfrühling, welcher durch das Blühen der Forsythien oder der Kirschbäume gekennzeichnet wird. Der Übergang ist fließend und variiert je nach lokalem Klima und Wetterbedingungen.

Für Gärtner ist der Erstfrühling eine wichtige Phase, um mit der Gartenarbeit zu beginnen. Es ist die Zeit, um den Garten auf das kommende Jahr vorzubereiten, indem man den Boden lockert, Unkraut entfernt, und bestimmte Pflanzen, wie zum Beispiel Erbsen und Salate, aussät. Außerdem kann man in dieser Phase auch Gehölze zurückschneiden und die Planung für das Gartenjahr vornehmen.

Es ist wichtig zu beachten, dass der Erstfrühling nicht an einem festen Datum beginnt, sondern von den phänologischen Zeichen in der Natur abhängt, die von Jahr zu Jahr variieren können.

Was ist zu tun im Erstfrühling?

Grünt die Eiche vor der Esche,
hält der Sommer große Wäsche;
doch grünt die Esche vor der Eiche,
gibt’s im Sommer große Bleiche.

Bauernregel

Die Bodenvorbereitung

Wer etwas säen oder pflanzen will, muss den Boden (Beete, Hochbeet) im Garten entsprechend vorbereiten. Früher hat man hierzu den Boden im Herbst umgegraben, um Stallmist unterzugraben.

Leider ist Stallmist nicht mehr wie früher verfügbar und die sogenannten Mistbeete kennen nur noch die Ältesten unter uns.

Um den Boden dennoch mit Nährstoffen zu versorgen, greift man oft auf Gründungspflanzen zurück, die man im phänologischen Vollherbst ausgesät und noch vor Wintereinbruch abgemäht hat.

Die Pflanzenreste werden nun in den Boden eingearbeitet. Ein Umgraben und damit eine Veränderung der Bodenschichten sind eher kontraproduktiv, weil die Bodenlebewesen aus der Streuschicht in die Humusschicht befördert werden und umgekehrt. Dadurch sterben sie ab und eine Neubildung dauert Wochen und Monate.

Dem Thema Garten umgraben oder nicht ist hier ein ganzer Beitrag gewidmet. Zum Auflockern des Bodens eignen sich Sauzahn, Grabegabel oder Grubber.

Erstfrühling
Je nach klimatischen Bedingungen sind Aussaat und Auspflanzen im Freiland möglich.

Bäume und Sträucher schneiden

Bis wann darf man Sträucher und Bäume schneiden?

Laut Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) ist in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September ein radikaler Rückschnitt von Bäumen, Gebüschen und Hecken verboten. Die Rede ist von radikalem Rückschnitt, oder von „auf den Stock setzen“, also über dem Erdboden abschneiden.

Ausnahme sind jedoch leichte Rückschnitte an Bäumen und Sträuchern im eigenen Garten, die der Pflege und dem Austrieb dienen.

(5) Es ist verboten,
1.die Bodendecke auf Wiesen, Feldrainen, Hochrainen und ungenutzten Grundflächen sowie an Hecken und Hängen abzubrennen oder nicht land-, forst- oder fischereiwirtschaftlich genutzte Flächen so zu behandeln, dass die Tier- oder Pflanzenwelt erheblich beeinträchtigt wird,
2.Bäume, die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen; zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen,
3.Röhrichte in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September zurückzuschneiden; außerhalb dieser Zeiten dürfen Röhrichte nur in Abschnitten zurückgeschnitten werden,
4.ständig wasserführende Gräben unter Einsatz von Grabenfräsen zu räumen, wenn dadurch der Naturhaushalt, insbesondere die Tierwelt erheblich beeinträchtigt wird.

Bundesnaturschutzgesetz §39 Abs. 5

ANZEIGE*

Baumschnitt

Je später Apfel- und Birnbäume geschnitten werden, umso schlechter treiben sie im Sommer aus. Daher sollte der Winterschnitt spätestens jetzt abgeschlossen werden.

Bei Zwetschgen, Pflaumen und Mirabellen ist es anders. Diese werden erst nach der Blüte geschnitten. Erst dann sind die Bäume in der Lage, die Schnittstellen rasch zu schließen und so vor Pilzbefall und Bakterien geschützt.

Sauerkirschen, Kirschen, Aprikosen und Pfirsiche werden nach der Ernte geschnitten.

Sträucher

Bei Sträuchern werden Beerenobst und Ziersträucher unterschieden. Für den Schnitt am Beerenobst ist es jetzt schon zu spät, da Stachelbeere und Johannisbeere je nach klimatischen Bedingungen jetzt schon am Austreiben sind.

Frühjahrsblühende Sträucher wie Forsythie oder Mandelbäumchen können unmittelbar nach der Blüte geschnitten werden. Dies ist aber erst im Vollfrühling der Fall! Abgeblühte Triebe werden bis zum Ansatz von kräftigen Seitentrieben gekürzt.

Ältere Triebe, die zur Vergreisung neigen, werden bodennah abgeschnitten.

Bei im Sommer blühenden Ziersträuchern wie dem Sommerflieder, Hortensien oder dem Hibiskus wird jetzt durch einen kräftigen Rückschnitt die Triebbildung angeregt. Die Triebe des letzten Jahres werden kurz abgeschnitten.

Schädlingsbekämpfung

schnecke
Wegschnecke

Wenn die ersten Sonnenstrahlen den Boden erwärmen, sind sie da. Schnecken. Die ohne Häuschen, Acker- oder Wegschnecken, können aus einem frisch angelegten Beet im Gemüsegarten ein Schlachtfeld anrichten, wo von dem ersten zarten Grün der Pflänzchen nicht viel übrig bleibt.

Die mit Häuschen (z.B. Weinbergschnecken) stehen unter Naturschutz!

Was hilft gegen Schnecken im Garten?

Je nachdem, wie groß der Schädlingsdruck ist, gibt es nur ein effektives Mittel, welches auch nachhaltig wirkt. Bei großem Vorkommen und ständigem Nachwandern ist die Tötung der Schnecken die einzig Erfolg versprechende Vorgehensweise. Link->

Es gibt zahlreiche Hausmittel, deren Wirkungsweise im Internet angepriesen wird. Sei es Kaffeesatz oder die berühmte Bierfalle (die übrigens auch kaum Überlebenschancen bietet), aber eine einzige Nacht reicht aus, um alle diese vermeintlich sicheren Mittel Lügen zu strafen.

Wer seine moralischen Bedenken überwunden hat, kann sich wenigstens für einen schnellen, am wenigsten qualvollen Tod für die schleimigen Quälgeister entscheiden.

Da wären zum einen Schneckenkorn mit effektiven Wirkstoffen wie Methiocarb oder Metaldehyd (Verpackungshinweise beachten!) oder das Zerteilen mit der Gartenschere.

Wegschnecken sind Zwitter. Begegnen sich zwei und es kommt zur Paarung, legen beide jeweils etwa 300 bis 500 Eier, aus denen nach einem guten Monat der Nachwuchs schlüpft. Nach drei Monaten ist die Geschlechtsreife erreicht.

Man kann sich leicht ausrechnen, dass im Gemüsegarten alsbald apokalyptische Zustände herrschen, wenn keine geeigneten Gegenmaßnahmen getroffen werden.

Was hilft gegen Schnecken im Garten?
Aus zwei Schnecken können schon mal 1000 werden…

Pilze, Bakterien, Milben, Läuse

Jetzt ist der Zeitpunkt für die Nachwinterspritzung gekommen. Man erkennt ihn daran, wenn sich der erste Blattzipfel aus der Knospe hervorwagt – das sogenannte Mausohrstadium.

Gegen Läuse und Milben kann man zunächst auf Hausmittel zurückgreifen, wie z.B. Mischungen aus Seife und Wasser, aber wenn die schon in den Vorjahren nicht gewirkt haben, ist der Schädlingsdruck einfach zu groß und es müssen „professionelle“ Mittel her.

Bei Pilzbefall im Vorjahr sollte man gleich auf zugelassene Mittel zurückgreifen, wenn man nicht den gesamten Baum aufs Spiel setzen will.

Wie werde ich Wühlmäuse los?

Das zeitige Frühjahr eignet sich auch bestens, um Maßnahmen gegen Wühlmäuse einzuleiten. Es gibt verschiedenartige Fallen, von einfachen Drahtfallen bis zu futuristisch anmutenden Plastikgebilden, über deren Wirksamkeit oft die richtige Anwendung entscheidet.

Außerdem gibt es giftige Köder oder Gaskartuschen im Handel, über deren Einsatz das eigene Gewissen entscheiden muss.

Fakt ist, dass Wühlmäuse erheblichen Schaden anrichten können und alles, was sich unter der Erde als Nahrung anbietet, fressen. Ob es sich dabei um Wurzelgemüse oder Tulpenzwiebeln handelt – nichts ist sicher.

Wartungsarbeiten

Wer jetzt noch nicht alles Arbeitsgerät in funktionstüchtigem Zustand hat, für den wird es jetzt höchste Eisenbahn. Und damit alles immer ohne Suchen greifbar ist, wirkt ein Frühjahrsputz im Geräteschuppen Wunder.

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert