Der Frühsommer im phänologischen Gartenjahr

Zuletzt aktualisiert am 18.06.2022 von Kieler Jung

Für die Meteorologen gilt der erste Tag im Juni als Sommeranfang. Weniger wissenschaftlich, um nicht zu sagen, bürokratisch, geht es in der Natur zu.

Je nach den örtlichen Gegebenheiten und der Großwetterlage kündigt sich der phänologische Frühsommer etwa Ende Mai bis in die ersten Junitage an.

Zeigerpflanze ist den Naturbeobachtern der Schwarze Holunder. Wenn sich die kleinen Blüten der Dolden öffnen, ist der Start des Frühsommers angezeigt. Natürlich blühen nicht alle Dolden an einem Holunder gleichzeitig auf, dieser Prozess kann bis zu zwei Wochen dauern.

Weht kalter Juniwind über Wiesen und Weiden,
haben Gurken und Mais darunter zu leiden.

Bauernregel
Frühsommer Holunder
Der Frühsommer ist da…

Was ist im Frühsommer im Gemüsegarten zu tun?

Was kann ich im Frühsommer noch aussäen?

Für manche Gemüse ist es jetzt die letzte Möglichkeit, um die Samen in die Erde zu bringen. So zum Beispiel für Kopfsalat, Blumenkohl und Möhren. Kohlrabi und Kopfsalat sind auch als Nachsaaten geeignet, die ersten Ernteerfolge dieser Sorten sollten sich schon eingestellt haben. Rechtzeitiges Auspflanzen der vorgezogenen Pflänzchen vorausgesetzt.

Sind die Beete alle noch voll, kann man in Saatkisten oder den leer gewordenen Frühbeeten zum Beispiel Endiviensalat vorziehen.

Auf den schon abgeernteten Beeten (Kohlrabi, Salat) kann man Sommerradieschen nachsäen. Jeder freie Platz im Gemüsegarten sollte möglichst effizient genutzt und leere Stellen vermieden werden.

Gemüsebeet im Frühsommer

Welche Gartenarbeiten stehen noch an, im Frühsommer?

Wie im übrigen Gartenjahr während der Wachstumsphase entfernt man aus den Gemüsebeeten alles, was dort nicht hingehört. Das geht am besten nach einem Regen, wenn der Boden schön locker ist. Ansonsten mit der Hacke nachhelfen.

Kartoffeln, Erbsen und Bohnen werden jetzt angehäufelt. Hat man den Lauch nicht schon vorher etwas tiefer in eine Furche gepflanzt, so kann man auch diesen jetzt anhäufeln, damit man einen langen weißen Schaft bekommt.

Soll man Tomaten ausgeizen? Wie macht man das?

Nur Stabtomaten, bei Buschtomaten ist das nicht nötig. Damit erhöht man den Ernteertrag, weil die Pflanze nicht unnötig Kraft in unnötige Triebe stecken muss. Diese Triebe nennt man Geiztriebe. Sie entstehen in den Blattachseln und sind relativ leicht zu erkennen.

geiztrieb
Der Trieb in der „Achsel“ ist ein Geiztrieb

Wenn die Kuh nach Westen schaut,
der Bauer auf freundliches Wetter baut;
doch schaut die Kuh nach dem Osten,
fällt bald Regen auf Dächer, Zaun und Pfosten.

Bauernregel
Kühe und Wild stellen sich beim Fressen mit dem Hinterteil in die Windrichtung, um Gefahr besser
erkennen zu können. Wind aus dem Osten führt oft trockene Luftmassen heran, aus dem Westen
werden oft feuchte Luftmassen mit Regen herangeweht.

Warum legt man Stroh oder Holzwolle unter die Erdbeeren?

Liegen die Erdbeeren direkt auf der Erde, können sie leichter faulen. Deswegen bettet man sie auf Stroh oder Holzwolle, um das zu verhindern. Ob es Schnecken abhält, ist wohl eher Wunschdenken.

Jedenfalls wird der Ernteertrag durch weniger faule, unansehnliche Früchte gesteigert. Geeignet ist reine Holzwolle, die man im Gartencenter oder online kaufen kann.

Anzeige*


Baumpflege

Bäume stehen meistens in einer Wiese. Eine Baumscheibe, also ein Bereich rund um den Stamm, sollte nicht von Gras bewachsen sein. Das erleichtert das Mähen der Wiese und verbessert auch das Gesamtbild des Gartens.

Leider bleibt die so erschaffene Baumscheibe nicht frei von Gräsern und Unkraut. Gerade jetzt im Frühsommer, wo sich oft reichlich Regen unter die warmen Tage mischt, sprießt es geradezu an allen Ecken im Garten hervor.

Bei wenig Regen kommen die Wurzeln der Bäume zu kurz, da von dem konkurrierenden Unkraut alles aufgesogen wird, noch bevor das erfrischende Nass eine entsprechende Tiefe erreicht.

Schädlingsbekämpfung

Nicht nur im Frühsommer, sondern praktisch das gesamte Jahr über finden sich im Garten mehr oder weniger ungebetene Gäste ein. Aber jetzt ganz besonders, denn die ersten frischen grünen Salate zum Beispiel schmecken nicht nur uns. Es gibt für alles, was wir im Garten anbauen, noch zahlreiche andere Interessenten.

Wer einen Gemüsegarten mit vielleicht ein paar Obstbäumen sein Eigen nennt, kennt das. Es vergeht kaum eine Woche, ohne dass an irgendeiner Stelle in unserem Paradies unser Eingreifen erforderlich wird.

Von daher wäre eine Liste mit Dingen zur Vorbeugung gegen alle Eventualitäten an dieser Stelle ein mühsames, wenn nicht gar ein sinnloses Unterfangen. Nicht alle Kleingärten sind gleich.

Von daher ist eine regelmäßige Kontrolle auf Schädlinge unablässig. Natürlich sind auch vorbeugende Maßnahmen hilfreich, vor allem, wenn man in den Vorjahren schon Schädlingsdruck festgestellt hat.

Zu den vorbeugenden Maßnahmen zählen mechanische Hindernisse wie Leimringe und Fanggürtel, Schneckenzäune oder Hochbeete. Auch die geschickte Kombination von Gemüsepflanzen in einem Beet kann bei der Schädlingsbekämpfung gute Dienste leisten.

Biotope wie Totholz fördern Nützlinge

Bei einem solchen Kontrollgang im Frühsommer sichtet man zum Beispiel Apfelbäume auf Anzeichen der Apfelgespinstmotte, kontrolliert auf Blattläuse oder Wildverbiss. Aber wer regelmäßig im Kleingarten zugange ist, dem wird ohnehin jede Veränderung beim genauen Hinsehen auffallen.

In diesem Sinne wünscht Birkenholm.de einen schönen Frühsommer 🙂

Schreibe einen Kommentar