Gartenkalender | Was ist zu tun im Mai?

Zuletzt aktualisiert am 01.05.2021 von Kieler Jung

Der Mai ist gekommen. Wer unter den Kleingärtnern zu voreilig mit dem auspflanzen war, hat nun vielleicht schon zu Beginn der schönen Jahreszeit die ersten Ausfälle zu beklagen. Denn die sogenannten Eisheiligen haben ihre Bezeichnung nicht zu Unrecht. Die „kalte Sophie“ hat ihren Namenstag am 15. Mai und eine Bauernregel besagt: Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist„.

Hoffentlich ist dann noch ausreichend Ersatz im Frühbeet oder im Gewächshaus vorhanden, dann kann man die frei gewordenen Stellen neu bepflanzen. Ansonsten gilt es, den Wetterbericht zu beachten und die Pflänzchen zu schützen, sei es mit Vlies oder mit Pflanzhütchen. Letztere sind auch gegen hungrige Schnecken zu empfehlen.

Wer die Frühjahrsmüdigkeit noch als Ausrede benutzt hat, um die dringend anstehenden Arbeiten im Garten hinauszuschieben, für den wird es jetzt allerhöchste Eisenbahn. Was jetzt versäumt wird, lässt sich kaum noch aufholen. Der Garten wartet nicht, das tut er nie.

Gartenkalender | Was ist zu tun im Mai?
Das Gewächshaus schützt die Pflanzen vor Nachtfrösten

Rasen

Ab jetzt sollte der Rasen wöchentlich gemäht und gedüngt werden. Jedoch nicht bei Trockenheit, um eventuelle Verbrennungsschäden zu vermeiden. Dieses kann man auch verhindern, wenn man nicht zu kurz mäht.

Unerwünschte Wildkräuter müssen jetzt kontinuierlich entfernt werden, wenn man einen englischen Vorzeigerasen bevorzugt. Es ist im Kleingarten aber auch völlig in Ordnung, Klee und Gänseblümchen dort stehenzulassen, wo sie wachsen. Wenn der Klee blüht, freut das auch die Bienen.

Bäume und Sträucher

Verblühte Ziersträucher wie Bluthohannisbeere, Forsythie, Mandelbäumchen, Flieder schneidet man jetzt zurück und entfernt die Wildtriebe, indem man sie vorsichtig abreißt.

Überwinterungspflanzen

Nach den Eisheiligen können die in Kübeln überwinterte Pflanzen wie Oleander und Palmen ins Freie gestellt werden. Das gilt auch für überwinterte Pelargonien und Begonien. Dahlienknollen und Canna können jetzt ausgepflanzt werden.

Obstgarten

Frisch ver- oder gepflanzte Bäume sind bei Trockenheit reichlich zu gießen. Dies gilt auch für andere Obstbäume, um den vorzeitigen Fruchtfall im Juni zu verhindern. Die Obstbäume müssen auf schädliche Insekten untersucht, diese eingesammelt und vernichtet werden. Hierfür kann man auch Kleberinge an den Baumstämmen anbringen.

Nutzinsekten wie Florfliegen und Marienkäfer sind zu fördern, um Blattläuse zu vernichten. Apfelwickler, Pflaumenwickler, Fruchtschalenwickler, Spinnmilben und Kirschfruchtfliegen, um nur einige Obstbaumschädlinge zu nennen, müssen bekämpft werden. Ebenso Stachelbeerblattwespen, Frostspanner, Ringelspinner, Brombeerblütenstecher. Unter den Veredelungsstellen hervor sprießende Triebe müssen entfernt werden.

Schwache Wurzelausläufer und Wurzeltriebe an Himbeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren müssen entfernt werden. Das Ausbrechen und pinzieren (entspitzen) bei den Weinreben beginnt langsam. Um Pilzinfektionen bei Erdbeeren vorzubeugen, unterlegt man sie mit Stroh.

Schwarze Folie verhindert den Unkrautwuchs, um bis nach der Ernte die Bodenbearbeitung unterlassen zu können. Über die Erdbeerbeete spannt man Netze, um Vogelfraß zu verhindern. Die Erdbeeren sind jetzt dankbar für eine Düngezugabe.

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Gemüsegarten

Jetzt ist die Hauptaussaatzeit für Bohnen, Gurken, Zucchini, Chivorée, Mais und Kürbis angebrochen. Brokkoli, Kohlrüben, Möhren, Erbsen, Radieschen, Salate, Kohlrabi, Sommerrettich, Petersilie, Suppenkräuter, Rosenkohl, Winterkohl und Karotten für den Winter können jetzt wieder bzw. neu ausgesät werden.

Im Gewächshaus oder Frühbeet vorgezogene Pflanzen wie Salat, Kohl, Sellerie, Porree, Rote Beete, Blumenkohl, Zucchini, Gurken, Tomaten und Paprika können jetzt in das Freiland ausgepflanzt werden. Zu dicht aufgegangene Saaten sollte man vereinzeln.

Alles, was man nicht gepflanzt oder ausgesät hat und nun trotzdem in den Beeten wächst (Unkraut), sollte man jäten, weil es in Konkurrenz zu den kultivierten Pflanzen wächst und ihnen den Lebensraum streitig macht. Das schmälert die beabsichtigte Ernte erheblich und es wird auch dadurch nicht besser, wenn man es als Wild- oder Beikraut verharmlost.

Durch das Jäten und Hacken wird auch der Boden gleichzeitig gelockert. Man sollte in regelmäßigen Abständen Flüssigdünger (Brennesseljauche) auf stark zehrende Gemüse verbringen. Selbstverständlich darf auch das Gießen bzw. Bewässern nicht vergessen werden, um damit den Boden feucht zu halten. Kartoffeln sollten regelmäßig gehackt und angehäufelt werden.

Blumengarten

Jetzt kann man Kapuzinerkresse und andere Sommerblumen an Ort und Stelle aussäen. Tagetes und Zinnien aber erst nach den Eisheiligen. Um so wenig nackten Boden wie möglich zu haben, kann man jetzt in alle Lücken Bodendecker pflanzen. Verblühte Frühlingsstauden können jetzt verpflanzt oder geteilt werden.

Der Boden ist feucht zu halten, vom Unkraut zu befreien und locker zu halten. Die verblühten Tulpenkelche abbrechen, jedoch nicht die Blätter der Tulpen und übrigen Zwiebelblumen abschneiden. Diese werden erst entfernt, wenn sie vollständig vergilbt sind. Das fördert die Blüte für das nächste Jahr.

Zimmer- Balkongarten

Zimmerpflanzen können ab jetzt eine regelmäßige Düngung vertragen. An sonnigen Fenstern ist für Beschattung zu sorgen. Die Zimmerpflanzen wie auch die Balkonpflanzen sind feucht zu halten. Überzählige oder unliebsame Triebe können jetzt entfernt werden.

Die Balkonkästen können nach den Eisheiligen mit Petunien, Pelargonien, Verbenen, Lobelien, Begonien usw. bepflanzt und einmal wöchentlich mit Flüssigdünger versorgt werden. Die Erde ist gleichmäßig feucht zu halten.

Sonstige Arbeiten

Gartenwege müssen von Unkraut befreit werden. Die Geräteschuppen aufgeräumt werden. Gartenteiche gesäubert und von Algen befreit werden. Wenn nötig, Sonnenschutz im Gewächshaus anbringen und für Entlüftung sorgen. Komposter kontrollieren, ob er „arbeitet“. Wenn nötig, umsetzen. Mit Rasenschnitt Wege und Beete mulchen.

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