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Der Gartenteich – ein Biotop im Kleingarten

Ein kleiner Gartenteich kann als Biotop zum Schutz der Umwelt beitragen, indem er Lebensraum und Nahrungsquelle für verschiedene Arten von Pflanzen und Tieren bietet. Bedrohte und gefährdete Arten wie zum Beispiel der Kammmolch finden immer weniger Lebensraum durch die landwirtschaftliche Nutzung von immer knapper werdenden Flächen.

Ein kleiner Gartenteich dient auch dazu, das ökologische Gleichgewicht zu fördern, indem er Insekten anzieht, die die Bestäubung fördern, und gleichzeitig Raubtiere anlockt, die Schädlinge in Schach halten. In diesem Beitrag steht die Erschaffung eines Feuchtbiotops für Amphibien und Insekten im Vordergrund und weniger die Zucht von Zierfischen oder gar ein Schwimmteich. Letzteres ist in Kleingärten wegen der Fläche und Tiefe ohnehin verboten und würde vermutlich nichts zum Schutz der Umwelt beitragen

Wie groß darf ein Gartenteich im Kleingarten sein?

Beleuchten wir zuerst die rechtliche Seite, denn ein Kleingarten ist kein rechtsfreier Raum. Im Bundeskleingartengesetz ist hierzu nichts vermerkt. Die Bestimmungen hierzu sind in den Gartenordnungen geregelt, die es in jedem Kleingartenverein geben muss. Inhaltlich sind die meist an die Vorgaben übergeordneter Gremien wie Kreis-, Stadt- oder Landesverbände angelehnt. Nachfolgend ein Auszug aus der Gartenordnung, die für Kleingartenvereine in Kiel gültig ist:

Feuchtbiotop
Im Kleingarten ist ein künstlich angelegter Teich, der als Feuchtbiotop gestaltet werden sollte, bis zu einer Größe von höchstens 10 m² einschließlich flachem Randbereich zulässig. Der Erdaushub verbleibt dabei in der Parzelle und ist in die Teichgestaltung einzubeziehen. Die max. Tiefe ist auf 1,10 m begrenzt. Zur Anlage des Teiches sind entweder Lehm-, Tondichtungen oder geeignete
Kunststoffe zu verwenden.
Die Gartenordnungen der Kleingärtnervereine können diese Größenangaben weiter einschränken. Maßnahmen zum Schutz der Kinder sind vorzusehen.
Sicherung und Verantwortung (Verkehrssicherungspflicht) für alle Wasseranlagen
in der Parzelle obliegen dem jeweiligen Pächter.

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Bevor man also vorschnell zum Spaten greift, sollte man sich das Vorhaben vom Vorstand absegnen lassen. Denn maximale Größe und Tiefe sowie die Gestaltung sind oftmals vorgegeben, sofern ein Gartenteich überhaupt gestattet ist.

Gartenteich Umwelt
Molchteich

Die Umwelt schützen im Garten

Der Bau eines Gartenteichs ist mit Kosten verbunden, erfordert Arbeit und bis man ein sichtbares Ergebnis hat, auch eine Menge Geduld. Aber es ist nicht nur eine Bereicherung für den Kleingarten, sondern auch ein wichtiger Beitrag für den Schutz unserer Umwelt. Und sobald sich der kleine Teich mit Wasser gefüllt hat, dauert es nicht lange, bis Frösche, Molche und Libellen das Angebot dankend annehmen.

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Die Frage ist natürlich, ob im Schrebergarten ein geeigneter Platz für einen kleinen Teich vorhanden ist. Die Antwort lautet: In jedem Garten findet sich ein Plätzchen für ein Feuchtbiotop, und sei es noch so klein. Denn wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Was wir Menschen vielleicht für eine tiefere Pfütze oder ein unnötiges Loch im Boden halten, kann für manche Tiere wie Kröten oder Käfer ein Segen sein.

Die nächste Frage wäre dann, wo das Wasser für den Teich herkommt. Einfach warten, bis der Regen den Teich gefüllt hat, wird in den meisten Fällen nicht ausreichend sein, denn ein Teich verliert auch ständig wieder Wasser durch Verdunstung. Es muss also auch für Nachschub gesorgt werden, wenn man nicht will, dass die Uferbepflanzung trocken fällt oder die Tiere verzweifelt abwandern.

Das Auffangen von Regenwasser ist im Garten ohnehin eine sinnvolle Angelegenheit. Vielleicht ergibt sich auch die Möglichkeit, einen Teil der Dachfläche für die Versorgung des Teiches mit Wasser zu nutzen. Wie das aussehen könnte, zeigt das folgende Bild:

Gartenteich
Regenwasser sinnvoll genutzt

Wie baut man einen Gartenteich?

Den Bau eines kleinen Gartenteichs kann man in mehreren Schritten angehen. Hier ist eine allgemeine Anleitung für Ungeduldige in Kurzform:

  1. Planung und Standortwahl:
    Wählen Sie einen geeigneten Standort für Ihren Teich aus. Achten Sie darauf, dass der Teich genügend Sonnenlicht erhält, aber nicht den ganzen Tag der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Stellen Sie sicher, dass keine überhängenden Bäume in der Nähe sind, da herabfallende Blätter den Teich verschmutzen könnten.
    Fallen im Herbst größere Mengen an Laub in der Umgebung an, ist es sinnvoll, den Teich mit einem Netz zu schützen. Das erspart den Aufwand zum Reinigen des Teiches im Frühjahr erheblich.
  2. Größe und Form festlegen:
    Entscheiden Sie, wie groß und welche Form Ihr Teich haben soll. Ein kleiner Teich kann bereits einen positiven Einfluss auf die Umwelt haben. Größere Teiche bieten jedoch mehr Lebensraum für Pflanzen und Tiere.
  3. Markieren und Ausgraben:
    Markieren Sie die Form des Teichs mit Schnüren oder Farbe auf dem Boden. Graben Sie vorsichtig die markierte Fläche aus und formen Sie den Teich. Stellen Sie sicher, dass Sie eine flache Uferzone und eine etwas tiefere Zone für Pflanzen und Tiere schaffen. Unbedingt darauf achten, dass Teichsohle und Ränder absolut steinfrei sind.
  4. Teichfolie verlegen:
    Legen Sie eine Teichfolie in den ausgegrabenen Bereich. Ein Teichvlies als Unterlage zum Schutz der Folie ist eine sinnvolle Ergänzung. Stellen Sie sicher, dass die Folie gut glatt ist und keine Falten oder Lücken aufweist. Rand der Folie um den Teichrand legen und mit Steinen oder Erde fixieren.
  5. Uferzone und Bepflanzung:
    Gestalten Sie die flache Uferzone des Teichs mit Kies oder Steinen. Pflanzen Sie Teichpflanzen in die Uferzone und entlang der Teichränder. Diese Pflanzen helfen, das Wasser zu filtern und bieten Verstecke für Tiere.
  6. Wasser hinzufügen:
    Füllen Sie den Teich mit Wasser auf. Entfernen Sie eventuell Falten in der Teichfolie, während der Teich sich mit Wasser füllt. Das Wasser wird durch die Uferbepflanzungen zunächst sehr trüb erscheinen, aber das legt sich nach ein paar Tagen.
  7. Steine und Dekoration:
    Platzieren Sie große Steine oder Felsbrocken am Rand des Teichs, um ein natürlicheres Aussehen zu erzeugen. Sie können auch Schwimm- oder Tauchpflanzen im Wasser platzieren. Schwarze Teichfolien sind nicht besonders dekorativ. Um die Gesamtoptik nicht zu gefährden, kann man auf sogenannte Ufermatten zurückgreifen. Diese gibt es sowohl mit als auch als ohne Pflanztaschen.
  8. Pflege und Wartung:
    Überwachen Sie die Wasserqualität und reinigen Sie den Teich regelmäßig von herabfallenden Blättern oder anderen Ablagerungen. Halten Sie das Gleichgewicht zwischen Pflanzen und Tieren aufrecht, um ein gesundes Ökosystem zu fördern.

Es braucht Geduld und Ausdauer, bis unser kleiner Gartenteich so aussieht, wie wir uns das anfangs vorgestellt haben. Bis die Uferzone natürlich aussieht und nicht mehr künstlich, dauert es Jahre. Aber das Warten wird belohnt.

Schon im ersten Jahr kann man sich über Frösche, Molche und Libellen freuen. Aber was uns Menschen ein Hingucker ist, ist für Tiere ein Jagdrevier. Und so kann es sein, dass unser neuer Teich auch Besucher anzieht, die wir anfangs nicht mit auf der Rechnung hatten. Fischreiher, Ringelnattern oder ab einer gewissen Größe auch Enten, die die Uferbepflanzung abknabbern und mit ihren Hinterlassenschaften die Wasserqualität beeinträchtigen.

Wenn dem so ist, haben Sie alles richtig gemacht.

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Neuanlage eines Gartenteichs

So wie auf dem Bild oben sieht der Teich natürlich noch nackt aus, vor allem die Uferzone. Aber von nun an zahlt sich die Arbeit Jahr für Jahr aufs neue aus und die Bepflanzung wird dichter und üppiger. Denn dies ist der gleiche Teich wie der auf dem ersten Bild. Dazwischen liegen etwa acht Jahre.

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Aber bevor es so weit ist, muss zum Spaten gegriffen werden. Wie oben erwähnt, ist die maximale Tiefe von der Gartenordnung vorgegeben, in diesem Fall also 1,10 Meter. Flacher sollte ein Teich, indem sich Molche ansiedeln, auch nicht sein, weil gerade Teichmolche es vorziehen, im Wasser zu überwintern. Es ist wichtig, dass der Teich im Winter nicht vollständig zufriert, damit die Molche atmen können. Dazu gibt es sogenannte Eisfreihalter.

Ein ideales Feuchtbiotop besteht aus mehreren Zonen, die sich durch die Wassertiefe unterscheiden. Wir nehmen die Natur als Vorbild und bilden diese Zonen nach Möglichkeit nach, wobei sich die Ausprägung der einzelnen Zonen an den örtlichen Gegebenheiten ausrichtet.

Uferzone:
Die Uferzone ist der flache Bereich des Teichs, der sich entlang des Ufers erstreckt. Hier ist das Wasser oft nicht sehr tief und erwärmt sich leicht. Auch der Bereich, der nicht mehr im Wasser liegt, zählt dazu. Diese Zone ist ideal für Pflanzen wie Sumpf- und Uferpflanzen. Sie bieten Lebensraum, Schutz und Nahrung für verschiedene Insekten und kleine Tiere. Die Uferzone sollte mit einer Kapillarsperre rund um den Teich versehen werden, damit der Teich nicht „ausgesaugt“ wird. Bis etwa 10 cm tief ist diese Zone.

Flachwasserzone:
Die Flachwasserzone liegt etwas tiefer als die Uferzone und reicht bis etwa 40 bis 50 cm unter die Wasseroberfläche. Sie bietet immer noch ausreichend Sonnenlicht für Pflanzenwachstum. Diese Zone dient als Lebensraum für Insektenlarven, Amphibien und andere Wasserorganismen.

Tiefwasserzone:
Die Tiefwasserzone ist der tiefste Bereich des Teichs bis 1,10 m. Hier können Sie Unterwasserpflanzen wie Seerosen, Wasserlinsen oder Hornblatt finden. In dieser Zone finden Fische, Frösche und andere größere Wasserlebewesen Schutz und Nahrung.

Freiwasserzone:
Die Freiwasserzone ist die offene Wasseroberfläche des Teichs, die in der Regel frei von Pflanzen ist. Sie bietet Raum für Wasserbewegung, Luftaustausch und Lebensraum für Insekten.

Schlammzone (Schlamm- oder Substratzonen):
Die Schlammzone ist der Bereich des Teichs, der den Boden oder den Schlamm am Teichgrund umfasst. Hier siedeln sich Mikroorganismen an, die organische Materie zersetzen und den Teich reinigen. Es ist auch ein wichtiger Lebensraum für viele Wasserinsekten und Larven. Die Schlammzone bildet sich an der tiefsten Stelle auch ganz ohne unser Zutun.

Diese Zonen bieten eine Vielzahl von Lebensräumen und Nahrungsquellen für verschiedene Pflanzen und Tiere, wodurch ein ausgewogenes ökologisches System im Gartenteich entsteht. Es ist wichtig, diese Zonen bei der Planung und Pflege Ihres Gartenteichs zu berücksichtigen, um die Biodiversität und das Wohlbefinden der Teichbewohner zu fördern.

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Grube für einen Molchteich

Schon beim Graben sollte man die spätere Form und Anordnung der Zonen berücksichtigen. Um die Teichfolie vor Beschädigung zu schützen, ist beim Ausheben der Grube sorgfältig darauf zu achten, dass keine Steine oder Wurzeln herausragen. An flachen Bereichen kann man mit Sand unterfüttern, aber in jedem Fall sollte man die Ausgabe für ein Teichvlies nicht scheuen, denn ein Loch in der Folie ist nur sehr schwer zu orten und noch schwerer wieder dicht zu bekommen.
Hat die Grube die gewünschte Form und Tiefe, können sowohl Teichvlies als auch Teichfolie ausgebracht werden. Um herauszufinden, wie viel Teichfolie man benötigt, muss man ein wenig rechnen. Folgende Faustformel hat sich bewährt:
Teichlänge + 2x Teichtiefe + 60 Zentimeter Randzugabe
Teichbreite + 2x Teichtiefe + 60 Zentimeter Randzugabe

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Die Folien gibt es in verschiedenen Breiten und Stärken. Für einen kleinen Molchteich reicht eine Stärke von 0,5 mm, wer auf Nummer sicher gehen will, kann auch stärkere Folie verwenden. Beim Verlegen der Folie muss man gezwungenermaßen auch in die Grube und auf die Folie steigen. Hierbei sollte man auf festes Schuhwerk verzichten. Je nach Form des Teiches werden sich Falten nicht ganz vermeiden lassen. Das ist nicht weiter schlimm und später ohnehin kaum zu sehen.

Gartenteich
Es ist vollbracht

Ist die Folie an seinem Platz, kann nach und nach Wasser eingelassen werden. Wenn sich der Teich mit Wasser füllt, muss eventuell an der Folie noch korrigiert werden, da sie sich setzt. Am Bild oben kann man sehen, dass sowohl der Wall als auch die äußere Kapillarsperre nicht umlaufend sind, sondern links unten unterbrochen ist (am Kies zu sehen). Das ist der Überlauf, denn bei Starkregen soll das Wasser kontrolliert abfließen.

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Teichabfuss

Mit einem handelsüblichen Bodenablauf (oder Hofablauf) kann man sich so eine preiswerte Lösung schaffen, die auch leicht zu verstecken ist. Das überschüssige Wasser wird durch eine Mulde im Wall in die richtige Bahn gelenkt und durch Rohre abgeleitet.
Die Zutaten hierfür gibt es in jedem Baumarkt in der Sanitärabteilung.

Ein Gartenteich im Kleingarten ist nicht nur eine Bereicherung für die Eigentümer, sondern auch für die Umwelt. Man kann unzählige Stunden vor dem Teich verbringen und dabei die Natur hautnah erleben. Unzählige Insekten werden sich einfinden, Frösche, Molche und zahlreiche Vögel, die den seichten Uferbereich gerne für ein ausgiebiges Bad nutzen.

Im Frühling blühen die Sumpfdotterblumen und setzen erste farbliche Akzente am Gartenteich, es folgen Lichtnelken und im Sommer erfreut eine nicht enden wollende Pracht an Seerosen unser Auge.

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Bodenablauf zweckentfremdet

Wer über den Schutz unserer Umwelt nicht nur reden, sondern auch etwas tun will, für den kann ein Gartenteich im Kleingarten eine sinnvolle Sache sein.

Umwelt schützen
Das Endergebnis

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