Kleingarten | Planung und Gestaltung

Zuletzt aktualisiert am 17.01.2022 von Kieler Jung


Warum einen Kleingarten pachten?

Wer heutzutage mit dem kleingärtnern anfängt, übernimmt in der Regel einen Kleingarten, der schon von einem oder mehreren Pächtern gestaltet wurde. Selten bekommt man ein Stück Land, welches zuerst noch urbar gemacht werden muss.

So oder so sollte man sich über die Planung und Gestaltung des Kleingartens Gedanken machen und sich nicht ohne Konzept ins Abenteuer stürzen. Zwar gibt es in einem Kleingarten nichts, was sich nicht wieder rückgängig machen lassen würde, aber einen Gartenteich an einen anderen Platz zu verlegen ist kein Nachmittagsprojekt 😁

Doch bevor man anfängt, sollte man sich folgende Fragen ehrlich beantworten:

  • Habe ich die Zeit, um regelmäßig im Garten zu arbeiten?
  • Bin ich körperlich dazu in der Lage, um die anfallenden Arbeiten zu verrichten?
  • Möchte ich Mitglied in einem Kleingartenverein werden?
  • Kenne ich die rechtlichen Bestimmungen des Bundeskleingartengesetzes?
  • Habe ich über alles das gründlich nachgedacht?
  • Was kostet das alles?

Bei vielen ist der Wunsch nach frischer Luft und frischem Gemüse ausschlaggebend. Vielleicht sollen auch die Kinder einen geschützten Platz zum Spielen erhalten. Und die Eltern gemütlich abends mit Freunden im Freien grillen.

Aber ein Kleingarten sollte man nicht pachten, um daraus einen Grill- oder Kinderspielplatz zu machen.

Was ist im Kleingarten erlaubt und was nicht?

Es gilt rechtliche Bestimmungen wie das Bundeskleingartengesetz und die Gartenordnung des Kleingartenvereins einzuhalten.

Vor allem bei Abständen zu den Grundstücksgrenzen. Man darf i.d.R. Bäume nicht direkt an das benachbarte Grundstück pflanzen, ebenso wenig wie man direkt an der Grenze zum Nachbarn Bauwerke errichten darf.

Diese Bauwerke dürfen auch nicht beliebig dimensioniert sein und manche Gartenordnungen schließen auch bestimmte Materialien, wie z.B. Blech für Geräteschuppen oder Hochbeete aus.

Wenn man sich hier rechtzeitig informiert, geht man späterem Ärger aus dem Weg.

Bestimmte Pflanzen, die als Zwischenwirte für Pilzsporen dienen, sind auch nicht gerne gesehen.

Ich nenne hier stellvertretend Berberitzen und Wacholderarten. Auch Waldbäume haben in einem Kleingarten nichts verloren.

Die Gartenordnung des betreffenden Kleingartenvereins sollte alle diese Regelungen beinhalten. Wer also alles gelesen hat, ist klar im Vorteil 😁

Kleingarten | Planung und Gestaltung
Manchmal ist ein „Great Reset“ sinnvoll und man fängt nochmal von vorne an…

Wo soll ich anfangen im Kleingarten?

Nachdem nun rechtlich alles bedacht ist, kann der eigentlichen Planung nichts mehr im Wege stehen.

Abhängig vom Zustand des Gartens lässt sich entscheiden, ob eine Umgestaltung oder eine Neugestaltung in Frage kommt.

Vielleicht ist auch alles schon perfekt und der Vorbesitzer hat alles nach unserem Geschmack geschaffen.

Aber wohl eher nicht, denn wer schafft sich schon einen Garten an, nur um hin und wieder den Rasen zu mähen?

Die Realität sieht meistens anders aus und beginnt bei der Beseitigung der Altlasten.

Wie will ich den Kleingarten nutzen?

Wie oben schon erwähnt, ist ein Kleingarten kein rechtsfreier Raum und das Bundeskleingartengesetz schreibt vor, dass ein Drittel der Fläche „kleingärtnerisch genutzt“ wird, also auf dieser Fläche Obst und Gemüse angebaut wird.

Es ist also sinnvoll, sich die Fläche entsprechend aufzuteilen und einen Plan zu machen.

Bei der Übernahme eines Kleingartens ist die Aufteilung meistens schon gemacht. Man muss sich also entscheiden, was bleibt und was weichen muss.

Was brauche ich für Werkzeuge im Kleingarten?

Ein altes Sprichwort besagt: Haben ist besser als brauchen! Wenn man von den Vorbesitzern etwas übernehmen konnte, hilft eine kleine Inventur.

Trotzdem wird sich im Laufe der Zeit herausstellen, dass immer etwas fehlt, auch wenn Laube nebst Gartengeräten mit im Kaufpreis (Abstand) enthalten waren.

Ist an Gartenwerkzeug nichts vorhanden, beginnt man mit einer Grundausstattung. Ein Spaten, ein Rechen, ein oder zwei Hacken und Kleingeräte sind unerlässlich.

Genügend Ratschläge gibt es von den neuen Gartennachbarn meist gratis dazu.😂

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Aller Anfang ist schwer…

Was soll ich pflanzen im Kleingarten?

Saatgut und Pflanzen gibt es nicht umsonst. Es sei denn, die neuen Gartennachbarn können einige Ableger erübrigen.

Zunächst einmal unterscheiden wir, was man einmalig anpflanzen will (Bäume und Sträucher) oder was jährlich aufs neue angebaut werden soll (Gemüse).

Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, bei Bäumen und Sträuchern nachhaltige Entscheidungen treffen zu müssen.

Welche Bäume eignen sich für den Kleingarten?

Bekommen sie genügend Sonne? Wird der Abstand zu den Nachbarn eingehalten? Ist der Boden geeignet? Sind die Bäume selbstbefruchtend oder brauche ich einen „Counterpart“? Was steht in der Gartenordnung?

Auch hier gilt es, sich vorher schlau zu machen. Hochstämme sind in vielen Kleingartenanlagen nicht gerne gesehen und manchmal reicht der Platz nur für Säulenobst.

Letztendlich ist auch das Angebot mitentscheidend. Baumärkte bieten oft die üblichen Obstsorten an, die Auswahl in Gärtnereien oder Gartencentern ist oftmals größer, aber auch teurer.

Welches Gemüse soll ich kann ich im Kleingarten anbauen?

Neulinge neigen dazu, möglichst viel und vielleicht auch noch möglichst viele exotische Sachen anzubauen. Nur um dann zu sehen, dass manches funktioniert und manches eben nicht.

Das hängt aber nicht nur vom Fleiß und Können der Wurzelschubser ab, sondern auch vom Wetter und vom Schädlingsbefall.

Grundsätzlich hängt es auch von den eigenen Vorlieben ab. Wenn niemand in der Familie Mangold isst (oder überhaupt weiß, was das ist 😎), braucht man ihn auch nicht anzubauen.

Eine gute Idee ist es aber, mit einfachen, heimischen Dingen wie Salat, Möhren, Zwiebeln etc. anzufangen und sich mit steigendem Wissen und Selbstbewusstsein an eher anspruchsvolle Dinge zu wagen.

Hilfreich sind Pflanztabellen und Aussaatkalender.

Was darf im Kleingarten nicht fehlen?

Bis auf wenige Ausnahmen möchten Kleingärtner auch einmal relaxen und sich nach getaner Arbeit am Anblick ihres selbst erschaffenen Reiches erfreuen.

Neben einem geeigneten Plätzchen zum Sitzen braucht es natürlich auch etwas, um die Augen zu erfreuen.

Molchteich

Glücklicherweise hat es die Natur so eingerichtet, dass man nicht sehr lange auf die Belohnung für seine Bemühungen warten muss, wenn man es entsprechend einplant.

So kann man abseits der „großen Baustellen“ schon ein, zwei Beete mit Frühblühern planen und wird im Frühjahr mit bunten, wohltuenden Farbtupfern belohnt.

Das erste zarte Grün im neu angelegten Rasen ist auch ein markanter Wendepunkt im Leben eines Kleingärtners. Doch vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt…

Hier soll einmal Rasen wachsen…

Meist geht das Planen mit einem Zettel und einem Bleistift los. Oder es entstehen Bilder vor dem geistigen Auge. Ein Gartenplan ist mehr als die Aufteilung der Gartenfläche in einzelne Bereiche.

Es ist immer gut, wenn man ein Ziel vor Augen hat, dann kann man den Weg dort hin detaillierter beschreiben.

Was soll in meinen Garten rein? Welche Obstsorten? Wo ist der beste Standort für ein Frühbeet? Wie lege ich Wege an und womit gestalte ich sie?

Was brauche ich, um das alles zu bewerkstelligen? Wie ist die Aufgabenaufteilung (wenn ich nicht alleine bin)?

Wie viel kann ich investieren? Wer kann mir schwere Sachen transportieren, wenn ich kein Auto habe?

Es gibt Fragen über Fragen, und die meisten davon stellen sich, wenn man im Garten steht.

Aber es hört sich komplizierter an, als es ist. Es gibt eine Zeit zu pflanzen und es gibt eine Zeit zu ernten.

Das ist der zeitliche Maßstab, an dem wir unsere Planung orientieren können. Was wir dieses Jahr nicht schaffen, gehen wir eben im nächsten Jahr an.

Und wenn wir dann mit der Harke zwischen unseren Beeten stehen und ganz leise sind, können wir sie vielleicht hören. Die Natur. Wie sie über unsere Pläne lacht…

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