Kleingarten | Planung und Gestaltung

Zuletzt aktualisiert am 11.01.2021 von Kieler Jung

Wer heutzutage mit dem kleingärtnern anfängt, übernimmt in der Regel einen Kleingarten, der schon von einem oder mehreren Pächtern gestaltet wurde. Selten bekommt man ein Stück Land, welches zuerst noch urbar gemacht werden muss. So oder so sollte man sich über die Planung und Gestaltung des Kleingartens Gedanken machen und sich nicht ohne Konzept ins Abenteuer stürzen. Zwar gibt es in einem Kleingarten nichts, was sich nicht wieder rückgängig machen lassen würde, aber einen Gartenteich an einen anderen Platz zu verlegen ist kein Nachmittagsprojekt 😁

Und es gilt rechtliche Bestimmungen wie das Bundeskleingartengesetz und die Gartenordnung des Kleingartenvereins einzuhalten. Vor allem bei Abständen zu den Grundstücksgrenzen. Man darf i.d.R. Bäume nicht direkt an das benachbarte Grundstück pflanzen ebensowenig wie man direkt an der Grenze zum Nachbarn Bauwerke errichten darf. Diese Bauwerke dürfen auch nicht beliebig dimensioniert sein und manche Gartenordnungen schließen auch bestimmte Materialien, wie z.B. Blech für Geräteschuppen oder Hochbeete aus. Wenn man sich hier rechtzeitig informiert, geht man späterem Ärger aus dem Weg. Bestimmte Pflanzen, die als Zwischenwirte für Pilzsporen dienen, sind auch nicht gerne gesehen. Ich nenne hier Berberitzen und Wacholderarten. Auch Waldbäume haben in einem Kleingarten nichts verloren.

Nachdem nun rechtlich alles bedacht ist, kann der eigentlichen Planung nichts mehr im Wege stehen. Abhängig vom Zustand des Gartens lässt sich entscheiden, ob eine Umgestaltung oder eine Neugestaltung in Frage kommt. Vielleicht ist auch alles schon perfekt und der Vorbesitzer hat alles nach unserem Geschmack geschaffen. Aber wohl eher nicht, denn wer schafft sich schon einen Garten an, nur um hin und wieder den Rasen zu mähen? Die Realität sieht meistens anders aus und beginnt bei der Beseitigung der Altlasten.

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Aus eigener leidvoller Erfahrung, die wir als enthusiastische, aber völlig ahnungslose Kleingarten – Neulinge machen durften, können wir rückblickend sagen, dass es manchmal besser ist, einen Plan, der nicht funktioniert, über den Haufen zu werfen anstatt ihn verbissen weiter zu verfolgen. Schließlich ist ein Kleingarten ein Ort – wenn nicht DER Ort – wo wir uns und unsere Talente ausprobieren dürfen.

Kleingarten | Planung und Gestaltung
Wir haben alles platt gemacht

In unserem Fall war es ein ziemlich herunter gekommener Garten. Bis auf die Gartenlaube haben wir alles platt gemacht für einen Neuanfang. Das hört sich erst einmal einfach an, ist es aber nicht. Es mussten einige Bäume gefällt und die Wurzeln ausgegraben werden. Die völlig verwahrloste Hecke mit dem eingewachsenen Zaun musste weg und die Grenzen zu den Nachbargrundstücken wieder regelkonform hergestellt werden. Das alles war reichlich Knochenarbeit aber irgendwann wartete eine leere Fläche auf unsere gestaltenden Hände.

Man sieht im Hintergrund das damalige Nachbargrundstück, welches zu der Zeit auch schon sich selbst überlassen war. Wir haben es ein Jahr später dazu gepachtet.

Es ist natürlich auch eine Frage der Mittel, die man zur Verfügung hat. Einmal die finanziellen Mittel, dann die Hilfsmittel in Form von Werkzeugen und Gerätschaften. Meistens „erbt“ man mit der Übernahme noch Sachen, die sich noch gebrauchen lassen, aber vieles muss eben noch angeschafft werden. Auch Saatgut und Pflanzen gibt es nicht umsonst. Wir haben ein Jahrzehnt gebraucht, bis wir an einen Punkt gekommen sind, wo wir beschlossen haben, nur noch in die Erhaltung zu investieren. Irgendwann haben wir aufgehört, die Baumarktrechnungen aufzuaddieren. Doch was der Garten uns zurück gibt, lässt sich kaum beziffern 😉

Wer jetzt in diesem Beitrag einen fertigen Plan erwartet hat, den muss ich enttäuschen. Denn ein Garten sollte individuell sein und die Handschrift der Besitzer tragen. Aber wichtig ist, dass man einen Plan hat und nicht sinnlos drauf los werkelt. Vieles von dem, was sich heute in unserem Garten befindet, war zu Anfang noch nicht einmal angedacht. Zum Beispiel der Molchteich, mittlerweile zentrales Element der „Ruhezone“.

Molchteich

Glücklicherweise hat es die Natur so eingerichtet, daß man nicht sehr lange auf die Belohnung für seine Bemühungen warten muss. Wenn man es entsprechend einplant. So kann man abseits der „großen Baustellen“ schon ein, zwei Beete mit Frühblühern planen und wird im Frühjahr mit bunten, wohltuenden Farbtupfern belohnt. Das erste zarte Grün im neu angelegten Rasen ist auch ein markanter Wendepunkt im Leben eines Kleingärtners. Doch vor den Erfolg haben die Götter den Schweiss gesetzt…

Hier soll einmal Rasen wachsen…

Meist geht das planen mit einem Zettel und einem Bleistift los. Oder es entstehen Bilder vor dem geistigen Auge. Ein Gartenplan ist mehr als die Aufteilung der Gartenfläche in einzelne Bereiche. Es ist immer gut, wenn man ein Ziel vor Augen hat, dann kann man den Weg dort hin detaillierter beschreiben. Was soll in meinen Garten rein? Welche Obstsorten? Wo ist der beste Standort für ein Frühbeet? Wie lege ich Wege an und womit gestalte ich sie? Was brauche ich, um das alles zu bewerkstelligen? Wie ist die Aufgabenaufteilung (wenn ich nicht alleine bin)? Wie viel kann ich investieren? Wer kann mir schwere Sachen transportieren, wenn ich kein Auto habe?

Es gibt Fragen über Fragen, und die meisten davon stellen sich, wenn man im Garten steht. Aber es hört sich komplizierter an, als es ist. Es gibt eine Zeit zu pflanzen und es gibt eine Zeit zu ernten. Das ist der zeitliche Maßstab, an dem wir unsere Planung orientieren können. Was wir dieses Jahr nicht schaffen, gehen wir eben im nächsten Jahr an. Und wenn wir dann mit der Harke zwischen unseren Beeten stehen und ganz leise sind, können wir sie vielleicht hören. Die Natur. Wie sie über unsere Pläne lacht…

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