Toilette im Kleingarten – was ist erlaubt?

Zuletzt aktualisiert am 08.03.2022 von Kieler Jung

Es herrscht ein ziemliches Wirrwarr unter den Gartenfreunden, wenn es um die Frage geht, ob, wo und wie man sein natürliches Geschäft im Kleingarten verrichten kann. Dass man ein solches Geschäft hin und wieder verrichten MUSS, steht ganz außer Frage.

Doch obwohl wir uns biologisch nicht allzu sehr von Säugetieren unterscheiden, dürfen wir im Gegensatz zu diesen nicht unser Geschäft verrichten, wo es uns gerade einfällt.

Wir haben uns – zumindest in unseren Breitengraden – ein ausgeklügeltes System geschaffen, welches unsere Hinterlassenschaften wie von Zauberhand verschwinden lässt. Wohin, interessiert uns meist nicht, denn wir zahlen für diesen Service Abwassergebühren.

Sind Toiletten im Garten erlaubt?

Wie wir wissen, ist bei uns in Deutschland alles verboten, was nicht grundsätzlich erlaubt ist. Und was erlaubt ist, wird in mehreren Tausend Gesetzen geregelt.

Eines davon ist das Bundeskleingartengesetz.

Hier müsste doch eigentlich drin stehen, ob eine Toilette im Kleingarten erlaubt ist oder nicht. Dummerweise wird es hier mit keinem Wort direkt erwähnt.

Aber zum Thema Gartenlaube steht im Bundeskleingartengesetz:

Sie darf nach ihrer Beschaffenheit, insbesondere nach ihrer Ausstattung und Einrichtung, nicht zum dauernden Wohnen geeignet sein.

Bundeskleingartengesetz

Es ist also davon auszugehen, dass dauerndes Wohnen eine Spültoilette, wie wir sie aus unseren Häusern oder Wohnungen kennen, voraussetzen würde und diese wiederum einen Wasseranschluss.

Und hier liegt der Hase im Pfeffer. Denn wir dürfen im Kleingarten zwar Wasser aus dem kommunalen Wassernetz zum Pflanzen gießen verwenden, auch zum Trinken oder Kaffee kochen, aber mehr auch nicht.

Wenn wir damit waschen oder es zum Spülen einer Toilette verwenden, wird aus Wasser Abwasser.

Und hier kommt die sogenannte untere Wasserbehörde ins Spiel. Denn Abwasser muss fachgerecht entsorgt werden. Dazu wird es über ein System aus Abwasserrohren abgeführt, gesammelt und geklärt, also gereinigt.

Abwasser einfach so in die Landschaft zu kippen stellt einen Verstoß gegen das Wasserhaushaltsgesetz dar und erfüllt damit einen Straftatbestand.

Wer keine Geldbuße im fünfstelligen Bereich riskieren will, sollte sich sehr genau überlegen, in seinem Kleingarten eine Spültoilette ohne entsprechenden Anschluss an das Abwassersystem zu betreiben.

Anzeige*

Die Lösung: Die Toiletten ohne Wasser

Toilette im Kleingarten
Toilette im Kleingarten

Eine Komposttoilette kommt ohne Wasser aus. Es wird also kein Abwasser produziert, welches entsorgt werden muss. Die Fäkalien werden mit Sägemehl oder Rindenmulch in einem Behälter gesammelt und zusammen kompostiert.

Den entstehenden Kompost kann man auf Baumscheiben oder Staudenbeeten verwenden. Im Gemüsegarten haben Hinterlassenschaften von Fleischessern nichts verloren.

Eine solche Komposttoilette wie in den Bildern dargestellt kommt mit einer Entlüftung aus. Die Geruchsentwicklung unterscheidet sich nicht von dem, was wir von zu Hause aus kennen.

Toilettenlüftung

Eine Abwandlung davon wäre die Trenntoilette, wo der Urin separat gesammelt wird. Die Frage ist, wozu? Auch der Urin muss entsorgt werden, ob man das nun separat oder zusammen mit dem Rest erledigt, macht keinen Unterschied.

Klo – Komposter

Für die Kompostierung eignet sich hervorragend ein geschlossener Behälter. Auch hier tendiert die Geruchsentwicklung gegen null und man sieht dem Komposter seine wichtige Aufgabe von außen nicht an.

Schreibe einen Kommentar