Wildverbiss im Kleingarten | Was hilft?

Die meisten Kleingartenvereine sind wohl eher an den Rändern der Stadt zu verorten. An der Nahtstelle zwischen Kultur und Natur. So ist es naheliegend, das in Zeiten, wenn sich das Nahrungsangebot verknappt – im Winter meistens – Wildtiere in den Kleingartenanlagen zu finden sind. So auch bei uns. Es kommt zu Wildverbiss im Kleingarten.

Wildverbiss im Kleingarten
Besuch in der Kleingartenanlage

Wir haben den Lebensraum von Rehen und Co. schon arg begrenzt. Hier bei uns in Schleswig-Holstein ist fast jeder freie Quadratmeter landwirtschaftlich genutzt; die Äcker durchtrennt nur von Knicks und Verkehrswegen. Wir sind auch das waldärmste Bundesland. Von daher ist es nicht verwunderlich, wenn sich das Wild zurückholen will, was ihm naturgemäß zusteht. Es ist aber für den Gartenbesitzer sehr verärgerlich, wenn frisch gepflanzten Obstbäumen der Garaus gemacht wird. Angefressene Tulpentriebe oder Rosenknospen, ok, davon geht die Welt nicht unter. Der Baum ohne Rinde ist allerdings dem Tod geweiht.

Was tun gegen Wildverbiss?

Das naheliegende ist natürlich, den Garten einzuzäunen. Irgendwo habe ich mal gelesen, daß Rehe faul sind und nur springen, wenn sie müssen. Unser Garten ist eingezäunt, und trotzdem haben wir alle Jahre wieder Besuch im Garten. Im Sommer wie im Winter. Und einmeterzwanzig ist für ein Reh nur ein kleiner Hopser. Abgesehen davon, dass je nach Grundstücksgröße ein umlaufender Zaun auch eine nicht unerhebliche Investition darstellt.

Dann gibt es diese Kunststoff-Manschetten (Baumspiralen) die man um die Stämme wickelt. Dazu müsste der Baum aber schon einige Entwicklungsjahre hinter sich haben, denn ein fingerdickes Stämmchen mit abgefressenen Zweigen und Trieben hat es auch nicht leicht.

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Es werden auch streichbare Mittel angeboten, die auf der Basis von Blutmehl gefertigt werden. Von dem Blutgeruch sollen sich die Rehe angeblich abgeschreckt fühlen. Ich habe es nicht ausprobiert, kann es von daher auch nicht empfehlen. Diese Streichmittel sind nicht mit dem Weißanstrich, den wir verwenden, zu verwechseln. Die sind allerdings in erster Linie gegen Frostschäden gedacht.

Moderne Kunst oder clerverer Baumschutz?

Nachdem die ersten Bäumchen, die wir gepflanzt hatten – es waren zwei Birnen – den Winter wegen Wildverbiss nicht überlebt hatten, mussten wir andere Geschütze auffahren. Im Baumarkt besorgten wir für relativ kleines Geld Estrichmatten (-gitter) und bauten daraus Käfige für die neu gepflanzten Bäume. Diese kamen dann zwei, drei Jahre zum Einsatz und ermöglichten Apfel, Birne und Co. einen leichteren Start ins Leben. Das sie es ohnehin nicht leicht hatten und haben, davon wird in späteren Kapiteln noch die Rede sein.

Winterwundergarten

Diese Estrichmatten waren auch eine schnelle, günstige Lösung, um die Gemüseabteilung zu schützen. Dieser Zaun steht bei uns ganzjährig (wegen Hasen und Kaninchen). Die kleinen Holzpfähle müssen jedoch hin und wieder ausgebessert/ersetzt werden, da sie an der Schnittstelle zwischen Luft und Erde weggammeln.

Es ist nicht so, dass wir wilden Tieren feindlich gesinnt sind. Wir füttern z.B. die Vögel jeden Winter, da gehen auch jedes Jahr fünfzig bis sechzig Euro drauf. Wir sind aber auch nicht gewillt, unseren mit Blut, Schweiss und Tränen aufgebauten Kleingarten seinem Schicksal zu überlassen. Und schließlich sind Bäume auch Lebewesen. Oder etwa nicht?

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